Die Pflege sozialer Beziehungen, menschliche Begegnungen oder die ganz praktische Bewältigung des Familienalltags machen auch im digitalen Zeitalter physische, räumliche Mobilität unverzichtbar. Gemeinsame Aktivitäten in der Freizeit verlangen genauso nach Mobilität wie der Wunsch nach kulturellen Erlebnissen und Kontakten zu Verwandten, Freunden, Bekannten und Kollegen. Menschen wollen und müssen sich daher auch künftig persönlich austauschen.

Sie sind kulturell so geprägt, dass sie notwendigerweise mobil sind, denn Mobilität entspringt immer auch dem Drang nach gesellschaftlicher Teilhabe.

Man möchte oder muss dazugehören, sei es als Mitglied von Familien, Freundeskreisen oder sozialen Gruppierungen. Zugleich erhöht gerade die Allgegenwärtigkeit digitaler Kommunikationsformen das Bedürfnis nach realen Orten und Optionen zur persönlichen Interaktion mit Menschen, ob mit der Familie und Freunden oder für neue Bekanntschaften.

Gleichzeitig vervielfältigen sich Lebensformen und Familienstrukturen. Das erhöht zwangsläufig den Mobilitätsaufwand. Zeichneten sich etwa Familienverbünde, aber auch Wohn- und Arbeitsorte früher durch zeitliche und räumliche Nähe aus, driften sie in Zukunft stärker auseinander. Das verleiht der Mobilität eine besondere Bedeutung zur Aufrechterhaltung von Beziehungen. Zudem treffen Familienmitglieder immer häufiger individuelle Lebens- und Konsumentscheidungen, was die Alltagskomplexität weiter erhöht. Hinzu kommt: Mit der Herausbildung breiter Speckgürtel rund um Großstädte und der Zersiedlung des urbanen Raums verlängern sich individuelle Wegstrecken. Mobilität ist daher nicht nur der Garant für Lebensqualität, Selbstbestimmung und hohen Freizeitwert, sondern ein alltagspraktisches Erfordernis.

Indem das Sozial-, Freizeit- und Familienleben sich immer öfter an vielen Orten parallel abspielt, findet es nicht selten unter einem erheblichen Maß an Zeitnot statt. In jedem Fall erhöht sich mit dem Synchronisations- auch der Mobilitätsaufwand. Durch die multiplen Mobilitätsanforderungen im Alltagsleben verstärkt sich der Wunsch nach Komplexitäts- und Stressreduktion massiv.

Bild: Flinc GmbH