Um ans Ziel zu kommen, wechseln Menschen immer häufiger das Verkehrsmittel und wählen – situativ, ad hoc, gepoolt – das bestmögliche: mal den Pkw, mal die Bahn oder den Bus, mal das Rad.

Vernetzte, inter- und multimodale Mobilität, die in Zukunft die Nachfrage bestimmen wird, bedeutet, integrierte Mobilitätskonzepte zu entwickeln. Die Voraussetzung dafür ist, Mobilität nicht mehr in unterschiedlichen Verkehrsmitteln zu denken, zu organisieren und anzubieten, sondern entlang von Mobilitätsketten. Wer sich auf den Mobilitätsmärkten von morgen behaupten will, muss sich von der Idee des Modal Split lösen und sich verstärkt als „Intermediär“ an den Schnittstellen verschiedener Fortbewegungsarten positionieren. Einzelne Verkehrsmittel stehen dabei nicht länger in Konkurrenz zueinander, sondern ihre Nutzung wird intelligent miteinander verzahnt.

Mobilität wird ultra-integriert

Eine zunehmend vernetzte, intermodale Mobilität geht einher mit ultra-integrierten Mobilitätskonzepten. Mobilität wird auf diese Weise weitgehend reibungslos vonstatten gehen. Fluide und nahtlose Übergänge von einem Transportmittel zum anderen – die Vision einer hochgradig flexiblen, effizienten Mobilität ohne Unterbrechungen wird dank digitaler Vernetzung Realität.

Individuelle Massenmobilität

Damit wandelt sich auch der Personennahverkehr als Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge.

Der ÖPNV wird stark in Richtung individueller Massenmobilität weiterentwickelt.

Busse und Bahnen werden künftig durch ein dichtes Netz sogenannter Public Private Vehicles und Microcarrier wie Elektro-Roller, autonome Shuttle-Fahrzeuge und Fahrräder komplettiert. Fahrräder erleben eine Renaissance als zentrales urbanes Verkehrs- und Transportmittel. Private Autos werden zum Teil öffentlicher Flotten und durch Sharing-Plattformen zu individuellen öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die Verknüpfung von individueller Fortbewegung und öffentlichem Verkehr wird zum Grundpfeiler der Mobilität von morgen. ÖPNV und individueller Verkehr verschmelzen zum individuellen öffentlichen Verkehr, zum „IÖV“. Auf diese Weise komplettiert, holt der öffentliche Nahverkehr Menschen dort ab, wo sie sich gerade befinden.

Im Jahr 2040 wird man auf diese Weise auch das „Problem der letzten Meile“ intelligent gelöst haben.

Dank innovativer Lösungen wird das Auto dann vor allem in Gebieten mit hoher Mobilitätsdichte durch öffentliche Systeme eine komplementäre Rolle einnehmen, die an den letzten Defiziten des öffentlichen Verkehrs ansetzt.

Nicht nur in städtischen Gebieten, sondern bis hinein in den ländlichen Raum.

Seamless Mobility erfordert eine größere Vielfalt an Optionen, die praktikabel, flexibel, zeit- und kosteneffizient kombinierbar sind, um so eine wirklich bedarfsgesteuerte Mobilität zu gewährleisten. Das bedeutet, Mobilität funktioniert künftig reibungslos, ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig. Sie darf keine wertvolle Zeit verschlingen und muss Ressourcen und den Geldbeutel schonen. Das wird die große Aufgabe der kommenden Jahre sein, auf denen die Innovationsanstrengungen ruhen werden.

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