Lokale Strukturen der Mobilität von morgen

Die Welt im Jahr 2040 ist vor allem durch eine zunehmende Vielfalt an Mobilitätsformen gekennzeichnet. Ob berufliches Pendeln, Schulwege, Familien- oder Arztbesuche, Shopping und Freizeitaktivitäten, Urlaubs- und Geschäftsreisen, Smartphones, Laptops und mobiles Internet, wir sind – immer, überall und gleichzeitig – unterwegs, zu mehr Orten als je zuvor. Das führt in der Konsequenz zu einer Multi-Mobilität. Unser Leben in der 24/7-Gesellschaft spielt sich künftig vor allem im „Dazwischen“ ab.

Mobilität findet auch 2040 immer noch vor allem in realen Räumen statt. Virtuelle Anwendungen werden physische Bewegung zwar teilweise ergänzen, aber nicht im großen Maßstab substituieren.

Mobilität wird multi-lokaler. Metropolen, Regionen, Klein- und Mittelstädte, ländliche Gebiete – in der Praxis verschwimmen zwar die Grenzen zwischen den Räumen. Doch wie Menschen sich in Zukunft fortbewegen, ist mehr denn je davon abhängig, wo sie sich mehrheitlich aufhalten und welche Strecken sie tagtäglich bewältigen. Das hat wesentliche Auswirkungen beispielsweise auf den Fahrzeugbestand und -besitz: Beides unterscheidet sich sehr je nachdem, wo man überwiegend unterwegs ist. Im ländlichen Raum etwa wird der Pkw-Bestand pro Kopf auch 2040 deutlich höher sein als in Städten. Doch die simple Unterscheidung zwischen Stadt und Land greift immer öfter zu kurz. Umso wichtiger ist beim Blick auf die Mobilität von morgen die Betrachtung unterschiedlicher Raumstrukturen. Schematisch lassen sich sechs unterschiedliche Räume unterscheiden, die für die Zukunft der Mobilität besondere Relevanz haben werden.

1.Condensed Space: Städte (z.B. Hamburg, München)
2.Clustered Space: Metropolregionen (z.B. Ruhrgebiet, Rhein-Main etc.)
3.Linked Space: Vorurbane Gebiete (z.B. Frankfurt – Hintertaunus)
4.Lined Space: City-to-City-Verbindungen (z.B. Frankfurt – Köln, Berlin – Wolfsburg)
5.Interspace: Internationale, globale Mobilität (z.B. München – Manhattan, Leverkusen – London)
6.Off-Space: Offsite-Mobilität im ländlichen Raum (z.B. Uckermark)

Grenzen verschwimmen: Die Mobilitätsstrukturen von morgen

Off-Space: Der ländliche Raum organisiert sich neu

Auch in Zukunft werden Menschen in Kleinstädten und Dörfern leben. Zwar kann angesichts des Megatrends Urbanisierung die Stadt zu Recht als der Lebensraum der...

Interspace: Grenzenlose Multi-Mobilität

Die globale Mobilität von Mitarbeitern und ganzen Firmen wird im Jahr 2040 unabdingbar sein. Die Welt rückt näher zusammen und erfordert von uns, ständig...

Lined Space: City to City im Stundentakt

2040 erlebt Deutschland ein neues Zeitalter. Im Stundentakt verkehren autonome Züge und Busse, die selbst Kleinstädte ab 5.000 Einwohnern verbinden. Verlässliche, hochfrequente Verbindungen werden...

Linked Space: Pendeln zwischen vorurbanen Gebieten und Städten

Die Pendlermobilität zwischen den vorurbanen Gebieten und Städten steigt. Die Zahl der Berufspendler, die aus den sogenannten „Exurbs“ in die Städte strömen, wächst auch...

Clustered Space: Metropolregionen als Verkehrslabore

Das Verkehrsaufkommen in Ballungsgebieten wird zunehmen. Zugleich werden die Metropolregionen zu den Innovationslaboren für die Mobilität der Zukunft. Dank des Trends zur Mikro-Mobilität wird...

Condensed Space: Städte als Transformatoren der Mobilität

Der urbane Mobilitätsmix ändert sich radikal. Vor allem in Städten und Ballungsräumen wird sich die Verkehrsmittelnutzung deutlich wandeln. Nicht zuletzt zugunsten des öffentlichen Verkehrs,...